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Ralf Senftleben

Wir alle brauchen etwas, das größer ist, als wir selbst


Heute bis 23:59 Uhr anmelden für Schreiben als Weg – die Grundausbildung


In unserem Land sind wir frei.

Wir können tun und lassen, was wir wollen.

Es gibt zwar ein paar Regeln des Miteinanders.

Ich muss Steuern zahlen.

Auf der Straße muss ich auf der rechten Seite fahren.

Solche Dinge.


„Aber Ralf, ich bin nicht frei. Ich habe Verpflichtungen.“

Ja, aber die bist du ja wahrscheinlich freiwillig eingegangen.

Du hast den Job freiwillig angenommen, das Haus freiwillig gekauft, deinen Partner freiwillig geheiratet.

Auch wenn du etwas unterlassen oder vernachlässigt hast, war das freiwillig. Wenn du dich nicht weitergebildet hast. Wenn du in jungen Jahren nicht gespart hast. Wenn du immer den einfachen Weg gegangen bist.

Ich weiß, das klingt hart.

Aber Freiheit ist hart, weil sie die Verantwortung auf uns selbst zurückwirft.


Und wir alle sind so frei, wie die Menschen es selten in der Geschichte der Welt waren.

Und das bringt seine eigenen Probleme mit sich.

Denn der Freiheit folgt auch eine gewisse Beliebigkeit und Haltlosigkeit.

Ich kann in vielen Lebensbereichen meine eigenen Regeln machen.

Aber sind meine Regeln denn etwas wert, wenn ich sie beliebig aufstellen kann?

Und sind es auch die richtigen Regeln?

Wäre es nicht doch klüger, wenn jemand anderes die Regeln macht, der weiß, was er tut?


Da haben es Menschen einfacher, die sich einer Religion oder einer philosophischen Denkschule verschrieben haben.

Als Buddhistin, als gläubiger Christ oder Muslima gibt es vorgeschriebene Werte. Du folgst gewissen Regeln. Das gibt dir Halt und Sicherheit.

Auch als Stoiker folgst du Prinzipien und Werten.

Oder wenn du eine Kampfsportart machst, wie Karate oder Aikido, dann folgst du einer Philosophie.

Selbst Links- und Rechtsextreme haben in ihrem Extremismus ihre Sicherheit und Geborgenheit gefunden. Hauptsache, du glaubst an etwas, auch wenn es unmenschlich und lebensfeindlich ist.

Auch wenn du ein Hobby hast, dass dich voll und ganz ausfüllt, kann das wie eine Ersatzreligion sein. Der Fußball nimmt für viele diese Rolle ein.

Wieder andere wählen den Konsum. Da sollen das neueste Handy oder die neuen Schuhe das Loch in meiner Seele für kurze Zeit stopfen.


Alldem ist eine Sache gemeinsam: Wir Menschen brauchen etwas, das uns einen gewissen Halt und eine Richtung gibt.

Sonst sind wir haltlos. Sonst schwimmen wir nur im Meer der Beliebigkeit herum.

Ob ich jetzt das hier mache oder Peng. Es spielt keine, große Rolle.


Ja, wir brauchen etwas, das uns Halt und Richtung gibt.

Für mich ist es, das Schreiben.

Das ist mein Weg.

Das ist meine Art zu leben.

Ich lebe und ich schreibe über Dinge, die ich erlebe. Ich schreibe über Dinge, die mich interessieren. Ich schreibe, um die Welt besser zu verstehen. Ich schreibe, um etwas zu verändern.

Aber das ist "nur mein Weg.


Dein Weg ist vielleicht ein ganz anderer. Ich weiß es nicht.

Aber Hauptsache, du hast einen Weg.

Also eine Art zu leben, die dir auch in schwierigen Situationen Halt und Richtung gibt.

Etwas, dem du dich verschreiben kannst.

Etwas, das größer ist, als du.

Ralf

Ralf Senftleben

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