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Ralf Senftleben

Oh man, schon wieder vergessen


Manchmal vergesse ich eine Sache. Und damit bringe ich mich dann in Schwierigkeiten.

Ralf, worüber redest du?

Dass man nicht versuchen sollte zu rennen, bevor man laufen kann.

Oder anders gesagt:

Meistere erst die Grundlagen, bevor du dich mit dem fortgeschrittenen Zeugs beschäftigst. Weil du sonst relativ schnell frustriert auf die Nase fliegst.


Lerne erst zu laufen, bevor du versuchst zu rennen.

Und das einzuhalten, ist erstaunlich schwer.

Da ist nicht nur diese doofe Ungeduld, die rumhüpft, wie eine 4-Jährige.

Ich will es aber. Und zwar jetzt gleich. Ich will nicht warten. Ich will es JETZT.


Dazu kommt, dass wir etwas meistens anfangen, weil wir ja genau das fortgeschrittene Zeugs können wollen.

Das ist es, warum wir angefangen haben, uns damit zu beschäftigen.

Wenn ich Klavier spielen will, will die guten Songs spielen können und keine Tonleitern.

Oder beim Volleyball. Da will ich hochspringen können und den Ball mit aller Wucht in den gegnerischen 3-Meter-Raum zimmern. Da will ich nicht Baggern und Pritschen üben.

Oder nehmen wir Beziehungen. Da will ich die romantischen Abende und die super-schönen Erlebnisse. Aber das alltägliche Miteinander schön zu gestalten, die Rücksichtnahme, das Kümmern, das ist langweilig.

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Das ist das Problem. Wir wollen das Ergebnis. Aber wir möchten den Weg dahin nicht gehen.

Und das sind die Momente, in denen wir dann etwas beginnen und schnell wieder aufhören.

Weil wir den Preis nicht bezahlen wollen.

Weil wir zu ungeduldig sind.

Weil wir unser Unvermögen am Anfang nicht aushalten können.


Ist das kindlich? Vielleicht ein bisschen. Richtig erwachsen ist es jedenfalls nicht.

Und wie gesagt, ich bekenne mich hier selbst manchmal schuldig.

Auch, weil die Welt so voll von interessanten und lohnenswerten Themengebieten ist. Und die kann ich nicht alle meistern. Dazu fehlt mir die Zeit und die Kraft.

Aber es stellt sich trotzdem die Frage:

Will ich 100 Dinge anfangen und nach kurzer Zeit wieder aufgeben? Weil ich wieder auf meinen Anfangs-Enthusiasmus hereingefallen bin.

Oder will ich mich auf ein paar wenige Dinge konzentrieren und dabei bleiben, auch wenn es zwischendurch mal zäh und mühsam wird?

Will ich Tiefe statt Breite.

Will ich etwas wirklich verstehen und dann auch in der Lage sein, dort richtig gute Ergebnisse zu produzieren?

Oder will ich mich selbst eigentlich nur unterhalten, mich ablenken, meine Zeit irgendwie verbringen, damit mir nicht langweilig ist?

Das ist die Frage, die ich mir immer wieder stellen muss.


Aber wie kann man das lernen?

Was ist die eine Sache, die dir hier fehlt?

Ich bin mir sicher, du ahnst es schon.

Wir haben vor 2 Wochen schon darüber gesprochen.

Es ist die Fähigkeit zur Kontinuität, zur Langfristigkeit, zur Nachhaltigkeit.

Die Fähigkeit Dinge so lange aufeinanderzustapeln, bis etwas Großartiges entsteht.

Statt 100 kleine Türme zu bauen, die alle komplett bedeutungslos sind.


Das wünsche ich dir heute.

Also nicht nur schöne Ostern.

Sondern, dass du großartige, bedeutsame Dinge in deinem Leben erschaffen kannst.

Denn das braucht die Welt.

Alles Gute.

Ralf

Ralf Senftleben

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